Ein 53-jähriger belgischer Fußgänger wurde am 16. Juli 2021, kurz vor dem Galakonzert des Roten Kreuzes von Monaco, auf dem Place du Casino von einem Bentley angefahren. Der Luxuswagen, der versehentlich von einem 4-jährigen Jungen ausgelöst wurde, der der Aufmerksamkeit seines Vaters entgangen war, traf den Mann mit über 8 km/h vor dem Hôtel de Paris.

Zeugen griffen schnell ein und hoben das Fahrzeug an, um das Opfer zu befreien, das dann in kritischem Zustand in das Pasteur-Krankenhaus in Nizza eingeliefert wurde. Das Opfer hat sich erholt und hat zusammen mit seiner Frau eine Zivilklage eingereicht.

Ein 54-jähriger Armenier mit tschechischem Wohnsitz, der Vater des Jungen und Mieter des Bentleys, wurde wegen "unbeabsichtigter Verletzungen" angeklagt. Die Ermittlungen ergaben, dass die Sicherheitssysteme des Fahrzeugs durch einen Einsatz in der Gurtbuchse umgangen wurden, wodurch das Fahrzeug den Ausstieg des Fahrers nicht registrierte und das Kind versehentlich das Gaspedal betätigen konnte.

Der Angeklagte bestritt, von dem Einsatz gewusst zu haben, und behauptete, er habe das Auto in den "Parkmodus" versetzt. Das Gericht stellte jedoch seine Aufsicht über das Kind und seine Gesamtverantwortung in Frage. Der Anwalt des Opfers forderte 180.000 Euro vorläufigen Schadensersatz und betonte die schweren Auswirkungen auf das Leben des Opfers.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine einjährige Freiheitsstrafe auf Bewährung mit einer dreijährigen Bewährungsfrist und eine obligatorische Entschädigung, wobei sie die Fahrlässigkeit des Vaters und das psychologische Trauma des Kindes hervorhob.

In der Zwischenzeit argumentierte die Verteidigung, dass der Vater zivilrechtlich und nicht strafrechtlich verantwortlich sei und dass die Versicherung des Fahrzeugs den Schaden decken sollte. Sie wiesen auch darauf hin, dass der SBM-Mitarbeiter zu diesem Zeitpunkt das Sorgerecht für das Fahrzeug hatte.

Das Gericht wird sein Urteil voraussichtlich am Freitag, den 19. Juli, verkünden.