Eine Untersuchung der Journalisten von Monaco Matin hat ergeben, dass Didier Linotte, von 2012 bis 2023 Präsident des Obersten Gerichtshofs in Monaco, Bankkonten in der Schweiz unterhielt.

Herr Linotte ist einer von vier führenden Persönlichkeiten, die als G4 bekannt sind und bis zu ihrem Ausscheiden oder Rücktritt im Sommer 2023 hohe Positionen im Fürstentum innehatten.

Der altgediente Jurist war Präsident des Obersten Gerichtshofs, als dem Baukonzern Caroli eine hohe Schadensersatzsumme zugesprochen wurde, als der Staat das riesige Bauprojekt Esplanade des Pecheurs faktisch stornierte, angeblich auf Betreiben des Automobilclubs, dessen Präsident Michel Boeri auch Präsident des Kronrats ist.

Der Betrag, der der Caroli-Gruppe zugesprochen wurde, belief sich auf 136 Millionen Euro, und in Monaco herrschte große Verwunderung über diese Höhe. Herr Linotte hat zu Protokoll gegeben, dass die Entscheidung für einen so hohen Betrag "kollegial" war.

Die Journalisten von Monaco Matin enthüllten, dass die Gesamtsumme von 250.000 Euro innerhalb von 13 Monaten zwischen 2013 und 2015 auf einem Schweizer Konto von Herrn Linotte einging. Die Beträge stammten von einer Schweizer Firma namens Devacco.

Eine Person, die sich als Noel T. ausgab, hatte Pläne, eine urologische Klinik in Monaco zu eröffnen, und die Reporter des Monaco Matin behaupten, dass andere Mitglieder der G4 in seinem Namen Fürsprache hielten, um die Gründung des Unternehmens zu ermöglichen, das sich in erster Linie auf die Behandlung erektiler Dysfunktion konzentrieren sollte.

Offensichtlich war Noel T der Meinung, dass es in Monaco einen lukrativen Markt und angesichts der demografischen Gegebenheiten einen großen Mangel an potenziellen Kunden gibt.

Claude Palmero, der inzwischen in Ungnade gefallene ehemalige Verwalter der Immobilien des Fürsten, sagte, dass eine solche Klinik für die lokale Wirtschaft von Vorteil sein könnte, aber aufgrund verschiedener Schwierigkeiten wurde das Projekt der Monaco Clinic aufgegeben und später in der Schweiz eröffnet.

Herr Linotte hat jegliches Fehlverhalten bestritten.

Bild mit freundlicher Genehmigung der Caroli-Gruppe: das Projekt Esplanade des Pecheurs