Vier Männer wurden verurteilt, weil sie in den 2000er Jahren in Monaco einen Mehrwertsteuerbetrug in der Art eines Karussells inszeniert hatten, der dem Fürstentum einen Schaden von 107 Millionen Euro zufügte.

Nach 15-jährigen Ermittlungen und einem zweitägigen Prozess im Februar befand die monegassische Justiz die Angeklagten für schuldig, monegassische Unternehmen zur Erleichterung betrügerischer Transaktionen benutzt zu haben. Bei dem Betrug ging es um die Nutzung von Import-Export-Unternehmen in Monaco und anderen europäischen Unternehmen, oft leere Hüllen, um fiktive Transaktionen mit elektronischen Bauteilen durchzuführen.

Das komplexe System umfasste auch Geldtransfers über Konten in Hongkong, was die Ermittler zusätzlich behinderte. Es wurden zwei Hauptbetrugssysteme ermittelt: eines um die Unternehmen "Miroil/Jea-Fra" und ein größeres um "Tekworld".

Das Gericht verurteilte Willy J. zu sechs Monaten Haft auf Bewährung, da es ihn als Vollstrecker und nicht als Drahtzieher ansah. Michel N., Clément F. und Khanh Long C. erhielten Bewährungsstrafen von 18 Monaten. Die Richter stellten fest, dass Michel N. eine wichtige Rolle bei der Einrichtung der Finanzkreisläufe spielte, während Clément F. eher eine Gelegenheit ergriff als ein Gewohnheitsverbrecher war. Von den vier Männern war Clément F. der einzige, der keine Vorstrafen hatte, während die anderen bereits wegen Straftaten im Zusammenhang mit Karussells verurteilt worden waren.

Alle Angeklagten wurden zu einer fünfjährigen Bewährungszeit mit der Verpflichtung zur Entschädigung der Opfer verurteilt. Das Gericht verurteilte Khanh Long C. zur Zahlung von über 758.000 Euro an den monegassischen Staat, während Michel N. über 2 Millionen Euro zurückzahlen muss. Clément F. und Willy J. wurden gemeinsam zur Zahlung von 104,6 Millionen Euro an Jean-Paul Samba, den Treuhänder der SAM TekWorld Liquidation, verurteilt.

Die Anwälte der Angeklagten haben gegen die Entscheidung Berufung eingelegt.